Baby wiegen

Wie schwer sollte ein Baby mit einem Jahr sein (Ratgeber)

Hier erfährst Du, wie schwer Dein Baby mit einem Jahr sein sollte. Wir haben dazu, unsere Expertin die Kinder- und Jugendärztin Jessica Kilonzo gefragt, warum die Kontrolle des Körpergewichts im 1. Lebensjahr so wichtig ist und wie Kinderärzte festellen, ob Dein Baby Normalgewicht hat. Außerdem beantwortet unsere Expertin wichtige Fragen zum Gewicht im ersten Lebensjahr und erklärt was es mit den Perzentilenkurven auf sich hat.

Es gibt eine einfache Faustregel: ein reifes Baby sollte sein Geburtsgewicht nach einem halben Jahr ungefähr verdoppelt und nach einem Jahr verdreifacht haben. Mädchen in Deutschland wiegen mit 12 Monaten im Durchschnitt 9,34 kg und Jungen 10,03 kg (Quelle: rki.de). Das sind statistische Werte, die Kinderärzte zur Beurteilung des Körpergewichts von Kindern heranziehen.

Gewicht Tipp der Kinderärztin: Kinder nehmen in Phasen zu. Häufig wachsen sie abwechselnd in die „Breite“ und in die „Höhe“. J. Kilonzo, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (Vita).

Wann hat ein Baby Normalgewicht?

Kinderärzte orientieren sich zur Beurteilung des Körpergewichts von Babys an sogenannten Perzentilenkurven. Das sind Kurven, die die Streuung der statistischen Verteilung des Körpergewichts von Kindern im selben Alter angeben. Es wird zwischen Jungen und Mädchen unterschieden und teilweise zwischen Bevölkerungsgruppen. Die WHO hat internationale Wachstumskurven herausgegeben (Quelle: who.int) und in Deutschland liegen individuelle Werte vor. Du findest die Kurven zum Beispiel im gelben Heft für die Vorsorgeuntersuchungen Deines Kindes.

Die 50er Perzentile gibt jeweils den Durchschnittswert für das Körpergewicht an. Die oberste und unterste Kurve (3er und 97er Perzentilen) begrenzen den Normalbereich. Alle Werte zwischen diesen beiden Kurven werden als Normalgewicht betrachtet. Liegt Dein Kind zum Beispiel auf der 60er Perzentile, sind 40 Prozent der Mädchen oder Jungen im gleichen Alter schwerer und 60 Prozent der gleichgeschlechtlichen Kinder leichter als Dein Kind.

Babyspeck ist meist gesund

Muttermilch macht Babyspeck und nie wieder im Leben sind Speckröllchen so gesund und unbedenklich. Gestillte Kinder können kein ungesundes Übergewicht entwickeln. Bei Flaschennahrung ist es wichtig auf die richtige Dosierung des Pulvers zu achten und dem Baby sein eigenes Sättigungsgefühl zuzugestehen. Kleine Pölsterchen im Gesicht, an Armen, Beinen und am Po sind auch hier normal. Im zweiten Lebenshalbjahr beträgt eine gesunde Gewichtszunahme ca. 40 – 110 Gramm pro Woche.

Das Gewicht im ersten Lebensjahr

In den ersten 12 Lebensmonaten dreht sich alles um das Gewicht Deines Babys. Es ist ganz wichtig, dabei das Große und Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Ein einzelnes Gewicht, egal ob zu hoch oder zu niedrig, stellt noch kein Problem dar. Der Kinderarzt wird sich immer den Verlauf ansehen und erst wenn das Baby seine Perzentile über längere Zeit verlässt, ist das ein Grund das Gewicht zu kontrollieren und weitere Untersuchungen zu veranlassen. Vielleicht hat Dein Kind gerade eine aktive Phase, lernt zum Beispiel laufen und verbraucht dabei sehr viele Kalorien. Oder es ist so an seiner Umwelt interessiert, dass es keine Zeit zum Essen hat. Diese Phasen legen sich in der Regel von alleine und die Zahlen auf der Waage steigen wieder.

Vorsorgeuntersuchungen: Der Kinderarzt ist immer dabei

Im ersten Lebensjahr finden besonders regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt statt. Jedes Mal wird das Gewicht des Babys kontrolliert. So fällt schon frühzeitig auf, wenn ein Kind nicht ausreichend zunimmt. Gründe für einen zusätzlichen Besuch in der Praxis im ersten Lebensjahr sind zum Beispiel:

  • regelmäßig massives Spucken und Erbrechen von Nahrung
  • auffallend geringe Trinkmenge
  • Verweigerung von Beikost
  • generell Sorge um das Gedeihen des Babys

Nur nicht verrückt machen lassen: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo

  • Solange sich ein Kind an seiner seit Geburt angestammten Perzentile entlang entwickelt, ist alles in Ordnung.
  • Das Gewicht muss auch zur Größe passen. Ein kleines zierliches Mädchen kann nicht das gleiche Gewicht haben wie die Freundin aus der Krabbelgruppe, die einen halben Kopf größer ist.