Eingewachsener Nagel beim Baby: Was Eltern tun können & Tipps zum Vorbeugen

Fußnägel pflegen

Eingewachsene Nägel bei Babys sind keine Seltenheit. Wir gehen den Ursachen auf den Grund, geben Tipps zur Behandlung und verraten, wie Eltern Entzündungen vorbeugen können.

Was ist ein eingeachsener Nagel

  • Wächst der Nagel in die Haut ein, entsteht eine Wunde, die sich durch Pilze und Bakterien entzünden kann. Die Infektion geht mit Rötungen, Druckempfindlichkeit, einem Spannungsgefühl und Eiter einher.
  • Für das Baby kann ein eingewachsener Nagel sehr schmerzhaft sein. Daher ist dieser dringend behandlungsbedürftig. Einen Arzt sollten Eltern immer dann aufsuchen, wenn die Haut gerötet und stark geschwollen ist oder Eiter aus der Verletzung austritt.
  • Die richtige Nagelpflege und passendes Schuhwerk verhindern, dass das Problem erneut auftritt.

Eingewachsenen Nagel beim Baby behandeln

Bei einem eingewachsenen Zehnagel ist es ratsam, den Nagel gerade aber nicht zu kurz zu schneiden. Damit die Zehen ausreichend Luft bekommen und um Reibung zu minimisieren, sollten Eltern dem Nachwuchs möglichst oft die Schuhe ausziehen oder in nächster Zeit ganz darauf verzichten.

Diese Maßnahmen unterstützen die Heilung eines eingewachsenen Nagels:

  • Jod: Salben zur antiseptischen Wundbehandlung wie Betaisodona oder eine Jodlösung desinfizieren den Wundbereich, ohne unangenehm zu brennen. Sie können Beschwerden lindern und Schwellungen reduzieren. Dazu tupfen Mama oder Papa eine kleine Menge auf die betroffene Stelle und lassen das Mittel trocknen.
  • Wunddesinfektionsmittel: Desinfektionsmittel für die Haut bekämpfen Keime und fördern das Abklingen der Rötung. Dazu auf den eingewachsenen Nagel aufsprühen und trocknen lassen.
  • Fußbäder: Ein warmes Fußbad weicht die Haut rund um den Zehnagel auf. Im Anschluss schieben Eltern diese mit einem Wattestäbchen oder einem Tuch sanft zurück, damit der Nagel leichter herauswächst. Als Zusätze eignen sich Kernseife, Kamille oder ein Spritzer Muttermilch. Diese wirken antiseptisch und können die Entzündung lindern.
  • Warme Umschläge: Eine Alternative zum Fußbad sind Umschläge aus einem kleinen Stück Mullkompresse, die Eltern in warmes Wasser mit Kernseife, Kamille oder Muttermilch Um den Zeh gewickelt und mit einem Pflaster fixiert, können diese nach einer kurzen Einwirkzeit die Entzündung lindern.

Wann sollte Eltern einen Arzt aufsuchen

Hat sich der Finger oder Zeh stark entzündet, schwillt er an, breitet sich die Rötung aus oder zeigt sich Eiter, sollten Eltern ärztlichen Rat einholen. Gleiches gilt, wenn der Nachwuchs fiebert. In diesen Fällen verordnet der Arzt Antibiotika, um die Infektion zu stoppen und entfernt das wilde Fleisch.

Das empfehlen wir Eltern:

Von einem eingewachsenen Nagel sind vorrangig die großen Zehen betroffen. Ursächlich dafür sind zu kleine Schuhe. Eltern tun daher gut daran, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob das Baby die richtige Schuhgröße trägt. Zu enge Schuhe können zum Überlappen der Zehen führen und eingewachsene Zehnägel verursachen.

Macht der Nachwuchs seine ersten Lauflernversuchen, benötigt es Schuhe, die nach vorne hin mindestens 12 Millimeter Spiel haben, um die Bewegung nicht zu beeinträchtigen. Damit sie nicht zu locker sitzen, dürfen sie maximal 17 mm länger sein. Im Zweifelsfall rate ich dazu, die neuen Schuhe in einem Fachgeschäft vor Ort zu probieren. Hier misst ein Mitarbeiter die Füße aus und überprüft den Sitz.

Mögliche Auslöser für einen eingewachsenen Nagel

Die Gründe für eingewachsene Nägel sind vielfältig:

  • Zu kleine Schuhe: Durch den Platzmangel in den Schuhen haben die Füße vorn nicht genug Spiel. Überlappen die Zehen, begünstigt dies ein Einwachsen der Nägel.
  • Zu enge Socken: Sind die Söckchen zu klein, drücken sie den weichen Nagel in die Haut und verursachen eine Entzündung.
  • Falsche Nagelpflege: Schneiden Eltern die Fußnägel rund oder oval, kann der Nagel in die Hautkanten einwachsen. Gerade geschnitten bleiben die Seiten lang genug, um nicht in die Haut einzudringen.
  • Angeborener eingewachsener Zehnagel: In einigen Fällen kommen Säuglinge mit einem eingewachsenen Zehnagel auf die Welt. Dabei schließt die Haut den Nagel komplett ein. Beginnt dieser zu wachsen, dringt er durch das Fleisch und verursacht eine schmerzhafte Entzündung des Nagelbetts.
  • Schweiß: Babys sind noch nicht in der Lage, ihre Körperwärme selbstständig zu regulieren, haben aber schon voll entwickelte Schweißdrüsen. Daher haben sie oft schwitzige Füße. Die Feuchtigkeit macht die Haut weicher und begünstigt einen eingewachsenen Nagel.

Quellen und nützliche Link:

N.Ritzschke (2022): Eingewachsene Zehnägel Kinder, in: Leben-und-erziehen.de, https://www.leben-und-erziehen.de/kind/gesundheit/eingewachsene-zehnaegel-kinder-14218.html

Schluss mit kaputten Kindernägeln: brüchig, splitternd… https://www.poderm.com/de/beratung/nagelprobleme-kinder-babys-eingewachsener-bruechiger-nagel-nagelpilz/

Unser Fazit

Sofern der Bereich rund um den Nagel nicht stark gerötet oder entzündet ist, ist es möglich, die Wunde mit einfachen Mitteln selbst zu behandeln. In Zweifelsfall sollten Eltern jedoch den Kinderarzt aufsuchen. Um dem Problem vorzubeugen, empfiehlt es sich auf passendes Schuhwerk zu achten und die Nägel gerade zu schneiden, damit die Ecken immer über den Nagelwall hinausstehen.

Autorin und Herausgeberin zu diesem Artikel

Romy Förster

Romy ist Autorin und Mutter zweier Söhne, sie gibt Tipps für den Alltag mit Baby, recherchiert und testet leidenschaftlich gern Babyprodukte und neue Trends. Als Mutter weiß Sie genau welche Kriterien bei Babyausstattung und altersgerechten Spielzeug für Kinder wichtig sind. Autorenseite

Unsere Expertin

Loryn Luh

Loryn Luh ist Mutter dreier Kinder und Hebamme mit eigener Praxis. Sie bringt ihr Wissen als Hebamme, ihre Erfahrung im Kreißsaal und auf der Schwangerenstation, in ihre redaktionelle Mitarbeit ein. Lory arbeitet seit 2022 an den Inhalten unseres Babyratgeber mit.

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