10 Tipps wie Du die Geburt anregst und Wehen förderst + Hebammentipps

Tipps für die Geburt

Ist das errechnete Geburtsdatum überschritten, werden viele Schwangere ungeduldig. Sie machen sich überwiegend zu Unrecht Gedanken. Denn: Nur zehn Prozent der Babys kommen wirklich an diesem Tag zur Welt. Meist lässt das Kind noch eine Weile auf sich warten. Frauen, die die Geburt ihres Babys nicht erwarten können, greifen oft zu Hausmitteln. Sie hoffen, dass diese die Wehen fördern können. Wissenschaftlich belegt ist deren Wirksamkeit nicht. Vor dem Ausprobieren ist es ratsam, die Hebamme zu konsultieren. Sie weiß, welche Tricks helfen können und von welche teils harmlos erscheinenden Mittel Gefahren bergen.

In unserem Artikel geben wir Dir 10 Tipps wie Du Wehen zu förderst und damit die Geburt anregst. Wir erklären Dir, ab welcher Schwangerschaftswoche Du die wehenfördernden Tipps und Hausmittel anwenden kannst und was Du unbedingt beachten musst.

10 Tipps, wie Hochschwangere die Geburt anregen können

Viele werdende Mütter schwören auf die nachfolgenden 10 Tipps, um die Wehen zu fördern:

1. Schwangerschaftstee

Der Wehentee besteht aus:

  • 1 Stange Zimt
  • 10 Nelken
  • ein paar Scheiben frischem Ingwer
  • 1 EL Eisenkraut
  • einem Hauch Kardamom

Schwangere gießen ihn mit einem Liter Wasser auf und lassen ihn 10 Minuten ziehen. Sie trinken ihn über den ganzen Tag verteilt. Er kann die Wehentätigkeit unterstützen.

2. Himbeerblättertee

Der Tee aus den getrockneten Blättern des Himbeerstrauchs kann:

  • die Aktivität der Gebärmutter stimulieren
  • den Muttermund weich machen
  • das Risiko für einen Dammschnitt minimieren, indem er die Beckenbodenmuskulatur lockert
  • die Geburtszeit verringern
  • dazu beitragen, die Wehen zu fördern

Dazu, ob der Himbeerblättertee tatsächlich dazu in der Lage ist, fehlt der wissenschaftliche Beweis.

Schwangere trinken den herb-süßlichen Himbeerblättertee in der 37. SSW einmal täglich. Danach pausieren sie eine Woche lang. In der 39. SSW trinken sie den Tee bis zu viermal täglich. Danach machen sie eine erneute einwöchige Pause.

Zum Zubereiten gießen Schwangere einen Teelöffel Himbeerblätter in einer Tasse mit heißem Wasser auf und lassen ihn 15 Minuten ziehen. Wichtig ist eine vorherige Absprache mit dem Frauenarzt oder der Hebamme. Der Tee darf nicht in großen Mengen und verfrüht eingenommen werden. Mitunter treten bei häufigem Genuss Hautausschläge und Übelkeit auf.

3. Akupunktur

Die Behandlungsmethode aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) kann Wehen anregen und dazu beitragen, dass die Entbindung weniger schmerzhaft wird. Dazu platziert der Arzt oder eine ausgebildete Hebamme kleine Nadeln an den bestimmten Körperstellen. Das Verfahren hat zum Ziel, die Durchblutung zu fördern und kann dazu beitragen, dass sich der Muttermund weiter öffnet.

Die Akupunktur kommt als Geburtsvorbereitung etwa ab der 36. SSW infrage. Eine Sitzung dauert circa 20 Minuten. Einmal wöchentlich angewandt, soll sie die Geburt erleichtern. Die Wirkung stellt sich nur dann ein, wenn alle körperlichen Voraussetzungen für die Geburt gegeben sind.

4. Spazieren gehen

In den letzten Tagen der Schwangerschaft empfehlen sich ausgedehnte Spaziergänge. Da es jetzt jederzeit so weit sein kann, begleitet sie mindestens eine Person. Leichte Bewegung hilft dem Baby, in die richtige Position im Becken zu rutschen. Zudem produziert der Körper durch den Druck auf den Muttermund Oxytocin, ein Hormon, das Wehen auslösen kann. Wichtig ist, dass Frauen sich beim Spazierengehen nicht überanstrengen. Eine übermäßige Belastung bewirkt das Gegenteil des Gewünschten: Der Körper hält die Wehen zurück, bis sie sich erholt haben.

5. Bauchmassagen

Das sogenannte UT-Öl enthält die gleiche Kräutermischung wie der Wehentee. In den letzten Tagen der Schwangerschaft reiben werdende Mütter den Babybauch damit mehrmals täglich ein. Die Haut nimmt das Öl besser auf, wenn sie den Bauch vorher anfeuchten und danach einen warmen Bauchwickel machen. Die Mischung aus leichtem Druck und pflanzlichen Extrakten kann die Muskulatur der Gebärmutter stimulieren.

6. Fußmassagen

Nach einem warmen Fußbad bietet sich eine Fußreflexzonenmassage mit UT-Öl an. Sie soll das Becken lockern und den Muttermund weich machen. Viele Hebammen führen diese selbst durch oder empfehlen geeignete Anbieter.

7. Warme Bäder

Ein warmes Bad mit einem Zusatz ätherischer Öle entspannt und kann die Gebärmutter stimulieren. Ingwer- und Nelkenöl sollen Wehen fördern. Wichtig ist, dass das Wasser nicht zu heiß ist und das Bad maximal 20 Minuten dauert. Zudem empfiehlt sich eine Person in der Nähe, der hilft, falls der Kreislauf schlappmacht.

8. Wehencocktail

Ein Rizinus-Wehen-Cocktail besteht aus:

2 EL Mandelmus

2 EL Rizinusöl

250 ml Aprikosensaft

250 ml Wasser

Er kann die Wehen auf natürliche Weise fördern. Achtung: Das Getränk sollten Schwangere nur nach Absprache mit der Hebamme oder dem Frauenarzt einnehmen.

9. Nelkenöltampons

Bei diesem Hausmittel träufeln Schwangere ein paar Tropfen des Nelkenöls auf einen Tampon und führen ihn ein. Das Mittel kann die Durchblutung fördern und wärmen sowie dazu beitragen, dass der Muttermund weich wird und sich die Gebärmutter lockert. Wichtig ist, dass Frauen ihn erst nach dem errechneten Geburtstermin anwenden und auf natürliches Öl ohne synthetische Inhaltsstoffe setzen. Da die Wirkung unvorhersehbar ist, raten Ärzte dazu, diese Methode nur im Krankenhaus einzusetzen.

10. Sex

Kuscheln und Sex sollen die Produktion von Oxytocin ankurbeln. Das Hormon ist unter anderem für die Kontraktionen der Gebärmutter verantwortlich. Zudem enthält das Sperma Prostaglandine. Diese können wehenfördernd wirken.

Wichtige Hinweise zum Fördern der Wehen

Sinn ergibt das Anregen der Geburt erst ab der 41. SSW (Schwangerschaftswoche). Achtung! Schwangere nehmen davon Abstand, die Wehen im Alleingang zu fördern. Dies geschieht nur nach Absprache mit dem Frauenarzt oder der Hebamme. Die Anwendung von wehenfördernden Mitteln setzt eine optimale Lage des Babys im Becken sowie einen geburtsbereiten Muttermund voraus.

Expertentipp: Diese Dinge empfiehlt unsere Hebamme

  1. Sei in gutem Kontakt zu deinem Baby, redet über die Geburt und wie es sein wird wenn es da ist.
  2. Bewege dich richtig und ausreichend, mindestens 1 Stunde am Tag. Du solltest intensiver atmen müssen und dich angestrengen. Achte dabei auf deine Haltung, damit das Baby einen guten Kontakt zum Becken hat.
  3. Übe mit deinem Beckenboden, das macht dem Baby Spaß und aktiviert deine Muskulatur.
  4. Iss gesund und eher in kleinen Mengen.
  5. Schau, dass du gut zur Toilette gehen kannst, Verstopfungen sind nicht hilfreich.
  6. Eine Dammassage hilft nicht nur Geburtsverletzungen zu minimieren, sondern regt auch Wehen an.
  7. Sex stärkt nicht nur die Paarbeziehung vor dem langen Wochenbett, es macht auch Spaß. Das Oxytocin, welches bei einem Orgasmus freigesetzt wird ist ein Wehenhormon. Es macht also nicht nur Wehen sondern es macht auch Glückshormone bei Mama und Baby.
  8. Eine gute Vorbereitung auf das Stillen ist die Kollostrummassage. Dabei wird die Brust massiert und erste Muttermilchtropfen aufgefangen oder ausgestrichen. Zusätzlich wird dabei auch Oxytocin freigesetzt und es hilft in die Wehen zu kommen.
  9. Eine geburtsvorbereitende Akupunktur kann hilfreich sein, um die Geburt anzuregen und lässt diese meistens auch schneller verlaufen.
  10. Mein Geheimtipp: Heublumendampfsitzbad welches Wehen aktivierend ist und den Beckenboden und die Schleimhaut vorbereitet.

Grundsätzlich, wenn Mama und Baby nicht bereit sind (aber gesund und gut versorgt) dann geht es auch nicht los! Loryn Luh, Hebamme

Autorin und Herausgeberin zu diesem Artikel

Romy Förster

Romy ist Autorin und Mutter zweier Söhne, sie gibt Tipps für den Alltag mit Baby, recherchiert und testet leidenschaftlich gern Babyprodukte und neue Trends. Als Mutter weiß Sie genau welche Kriterien bei Babyausstattung und altersgerechten Spielzeug für Kinder wichtig sind. Autorenseite

Unsere Expertin

Loryn Luh

Loryn Luh ist Mutter dreier Kinder und Hebamme mit eigener Praxis. Sie bringt ihr Wissen als Hebamme, ihre Erfahrung im Kreißsaal und auf der Schwangerenstation, in ihre redaktionelle Mitarbeit ein. Lory arbeitet seit 2022 an den Inhalten unseres Babyratgeber mit.

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