Impfung

Welche Impfungen braucht ein Baby (Ratgeber)

Hier erfährst Du, welche Impfungen für Dein Baby wichtig sind. Wir haben dazu, unsere Expertin die Kinder- und Jugendärztin Jessica Kilonzo gefragt, warum Impfen so wichtig ist und welche Impfungen im Baby- und Kleinkindalter durch die STIKO empfohlen werden. Außerdem beantwortet unsere Expertin wichtige Fragen rund um das Impfen und nennt empfohlene Imfungen im ersten Lebensjahr.

Mit der Geburt eines Babys kommt die Verantwortung für die Eltern. Eine der ersten wichtigen Entscheidungen im Leben eines Babys dreht sich um die Impfungen. Der Impfkalender der STIKO (Ständige Impfkommission) sieht für einige Eltern beeindruckend umfangreich aus. Aber jede einzelne empfohlene Impfung ist wichtig. Manche Kinderärzte sind offen für den Zeitpunkt der jeweiligen Impfung und zusätzlich können sich Eltern in einem ärztlichen Verein über individuelle Impfentscheidungen informieren.

impfen Tipp der Kinderärztin: Wem das Gespräch in der Praxis nicht reicht, der kann sich zum Beispiel an den Verein „Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.“ in Berlin wenden. Denn anstatt Impfungen gar nicht zu geben, kann der Zeitpunkt nach hinten verschoben werden. J. Kilonzo, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (Vita).

Checkliste zum Impfen

  • Information ist der Schlüssel zu einer guten Entscheidung
  • Die empfohlenen Zeitpunkte für die jeweiligen Impfungen können auch nach hinten verschoben werden
  • Für Kinder mit chronischen Erkrankungen und Allergien sind Impfungen ganz besonders wichtig und nicht generell kontraindiziert

Warum soll ich mein Baby impfen lassen?

Auch wenn circa 95 % der Erstklässler in Deutschland wesentliche Grundimpfungen erhalten haben, hat man das Gefühl, dass immer mehr Eltern dem Thema kritisch gegenüberstehen. Woher kommt das? Wenn viele Menschen umfassend geimpft sind, wie das bei uns der Fall ist, geraten Krankheiten wie Masern, Röteln und Keuchhusten in den Hintergrund. Niemand ist mehr mit den möglichen schweren Folgen dieser „Kinderkrankheiten“ vertraut. Berichte über mögliche Impfnebenwirkungen werden hingegen in der Presse aufgebauscht und machen Eltern Angst. Masernpartys statt STIKO-Kalender. Aber auch in Deutschland sterben noch Kinder an den Masern.

Was ist die STIKO eigentlich genau?

Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO genannt, ist spätestens seit der Corona Pandemie jedem in Deutschland ein Begriff. Es handelt sich um ein unabhängiges Expertengremium mit derzeit 18 Wissenschaftlern, die ehrenamtlich Impfempfehlungen für Deutschland aussprechen. Alle Experten handeln politisch und weltanschaulich neutral.

Der STIKO geht es nicht nur um die Gesundheit des Einzelnen, die Kommission hat die gesamte Bevölkerung im Auge. Denn nur mit der sogenannten Herdenimmunität können wir die Menschen schützen, die aus Alters- oder anderen Gründen (noch) nicht geimpft werden können.

STIKO-Empfehlungen sind in Deutschland der medizinische Standard. Denn die Experten nutzen die evidenzbasierte Medizin als Basis. Zusätzlich zu Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität einer Impfung betrachtet die STIKO auch das indi­vi­duelle Nutzen-Risiko-Ver­hältnis und die Epi­demio­logie auf Ebene der Gesamtbevölkerung.

Die STIKO legt Kriterien fest, die eine einfache Impfreaktion im Sinne einer unkomplizierten Nebenwirkung von einer massiven Gesundheitsschädigung durch eine Impfung unterscheiden.

Eine informierte Entscheidung treffen

Einem gesunden Kind eine Spritze mit Krankheitserregern zu geben, fällt allen Eltern schwer. Aber das Wissen um den Schutz vor Erkrankungen, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können, überzeugt die meisten Mütter und Väter. Dieses Wissen und ausführliche Informationen sind wichtig für eine gute Entscheidung. Darum frage nach! Ein guter Kinderarzt ist offen für Gespräche.

Welche Impfungen ein Baby wirklich braucht

Im ersten Lebensjahr empfiehlt die Ständige Impfkommission Impfungen gegen folgende Erreger und Erkrankungen:

  • Rotaviren
  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Pertussis
  • Hib (Haemophilus influenzae Typ b)
  • Poliomyelitis
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Meningokokken C
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Varizellen

Die Entscheidung liegt bei den Eltern aber Kinder haben nach den Menschenrechten der Vereinten Nationen ein Recht auf Impfungen im Zusammenhang mit ihrem Recht auf Gesundheit.