Rituale und Routinen für Babys

Routinen & Rituale für Babys – so bekommt Euer Familienalltag einen Rhythmus

Hier erklären wir Dir, warum Rituale und Routinen wichtig für Babys sind und warum sie euch im Alltag helfen. Wir geben Dir Tipps, mit welchen Rituale Dein Familienalltag Struktur bekommt und wann man am besten mit den wiederkehrenden Ritualen und Routinen beginnt.

Alltagsrituale sind wiederkehrende Gewohnheiten, die den Tag strukturieren. Babys, die täglich Neues erleben, benötigen diesen sicheren Rahmen. Dank ihm fühlen sie sich geborgen, was sich positiv auf die Eltern-Kind-Bindung auswirkt.

Warum bereichern Rituale den Familienalltag?

Babys brauchen im Alltag wiederkehrende Handlungsabläufe, um ein Gefühl von Sicherheit zu bekommen. Im Alter von vier bis sechs Wochen entwickeln sie langsam einen Tag- und Nacht-Rhythmus. Davor beschränkt sich die Routine auf den Schlafplatz oder die Kuscheleinheit vor dem Nickerchen.

In welcher Ausprägung die Alltagsstruktur für das Kind Relevanz erhält, ist typabhängig. Daher existieren keine festen Regeln für Babyrituale. Diese entstehen im Laufe der ersten Tage, Wochen und Monate als Familie. Ganz auf sie verzichten sollten Eltern nicht. Bereits einfache Routinen unterstützen das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit des Babys. Dieses ist für dessen geistige und körperliche Entwicklung ein entscheidender Faktor.

Zusätzlich dienen die ersten Rituale im Leben des Babys als Vorform späterer Regeln. Erlebt es von Beginn an einen festen Rhythmus, passt es sich zukünftig tendenziell leichter an Tagesstrukturen und gesellschaftliche Normen an. Indem die Alltagsroutine dem Kind Halt gibt, reduziert sie mögliche Ängste. Das baut bei Eltern und Baby gleichermaßen Stress ab und trägt zu einer leichteren Organisation im Familienalltag bei.

Für das Verbundenheitsgefühl innerhalb der Familie nehmen Rituale ebenfalls eine tragende Rolle ein. Sie erschaffen ein Wirgefühl. Dadurch erhöhen sie die Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kind. Gleichzeitig fördern sie in bestimmten Situationen wie dem Essen oder dem Zubettgehen die Selbstverständlichkeit. Entsprechende Handlungsabläufe bleiben dem Baby im Gedächtnis, sodass die Eltern sie nicht jedes Mal wieder neu definieren müssen.

Ab welchem Alter benötigen Kinder feste Routinen?

In den ersten Wochen nach der Geburt lernen sich Eltern und Kind kennen. Damit der gemeinsame Familienalltag schnell Struktur bekommt, empfiehlt es sich, erste Rituale bereits bei der Ankunft zu Hause einzuführen. Es handelt sich etwa sich um Kuschelroutinen, um die Eltern-Kind-Bindung zu festigen. Ebenfalls eignen sich Rituale, um das Baby zu beruhigen, wenn es weint.

Ebenso empfehlen sich feste Fütterungsrituale ab der Geburt. Viele Kinder gewöhnen sich daran, ihr Fläschchen zu bestimmten Zeitpunkten zu bekommen. Diese Routine legt den Grundstein für den späteren Essensrhythmus. Neben der Nahrungsaufnahme helfen feste Spaziergehzeiten, den Tag zu strukturieren. Einschlafrituale eignen sich ab einem Alter zwischen vier und acht Wochen. In dieser Zeit lernen Kinder, Wach- und Schlafzeiten zu unterscheiden.

Später integrieren die Eltern weitere Routinen, um dem Tag einen Rahmen zu geben.

Hilfreiche Rituale für Deinen Familienalltag

1. Regelmäßiges Kuscheln

Kuscheln Eltern und Baby, festigt sich die Bindung zwischen ihnen. Neben spontanen Kuscheleinheiten bieten sich im Alltag feste „Knuddel-Rituale“ an. Vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen freuen sich Babys beispielsweise über die körperliche Nähe.

2. Lieblingslieder

Hören Babys in stressigen oder ungewohnten Situationen die Stimmen der Eltern, beruhigen sie sich schneller. Als Beruhigungsritual kommt ein ruhiges Lied infrage. Hierbei handelt es sich um ein Kinderlied oder den Lieblingssong der Eltern. Mit dem Summen der Melodie vor dem Einschlafen verbinden sie das dadurch entstehende Gefühl der Geborgenheit mit einem einfachen Einschlafritual.

3. Beruhigende Klänge

Neben den gesummten Liedern helfen beruhigende Töne Eltern und Kind beim Entspannen. Beim Wickeln oder einer Autofahrt lauschen sie etwa dem abgespielten Rauschen des Meeres, klassischer Musik oder typischen Waldgeräuschen. Dieser Klangteppich kommt ebenfalls als unkompliziertes Einschlafritual infrage.

4. Reime

Einfache Reime und wiederkehrende Sprachmelodien faszinieren bereits Babys und Kleinkinder. Gleichzeitig freuen sie sich, die Stimme von Mama und Papa zu hören. Beim Wechseln der Windeln oder beim Anziehen fesseln Reime die Aufmerksamkeit des Nachwuchses und lenken von möglicher Quengelei ab.

5. Massagen

Eine leichte Massage fördert die Durchblutung der Babyhaut. Sie dient als Alternative zum Kuscheln und wirkt sich positiv auf die Eltern-Kind-Bindung aus. Sanfte Bauchmassagen empfehlen sich, wenn Babys unter Verdauungsproblemen leiden. Ganzkörpermassagen entspannen die Kinder vor dem Einschlafen.

6. Lieb gewonnene Gefährten

Damit sich Kinder in der Nacht weniger allein fühlen, empfehlen sich Plüschtiere als Kuschelpartner. Ab dem sechsten oder zwölften Lebensmonat darf das Kuscheltier mit im Babybettchen schlafen. Ab dem Zeitpunkt können sich die Säuglinge selbstständig in alle Lagen rollen, was dem Erstickungsrisiko vorbeugt. Vor diesem Alter sitzt das Plüschtier außer Reichweite, jedoch im Sichtfeld des Kindes.